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Zahnarzt, Vorstandsmitglied der DAH (Deutsche Arbeitsgemeinschaft für Herd- und Regulationsforschung) und der GZM (Internationale Gesellschaft für Ganzheitliche Zahnheilkunde) und Buchautor

Wie sind Sie als Schulmediziner zur alternativen Medizin gekommen?

Als Schulmediziner bin ich zur Ganzheitlichen Zahnmedizin gekommen durch Berichte meiner Patienten: Schlüsselerlebnis war ein Patient, der nach der Entfernung eines linken unteren Weisheitszahnes seine über Jahre bestehenden Herz-Rhythmus-Störungen verloren hat. Auch Berichte über das Verschwinden von chronischen Schulterbeschwerden, von schulmedizinisch nicht zu erklärenden Schwindelzuständen und von rheumatischen Gelenksbeschwerden haben mich zu den ganzheitlichen Beziehungen zwischen Zähnen einerseits und Organen, Immunsystem und vegetativer Regulation andererseits gebracht.

Was bedeutet Ganzheitlichkeit für Sie?

Ganzheitlichkeit bedeutet für mich, dass man auch als Zahnarzt die Wirkungen seines Tuns kritisch betrachtet: Was machen zahnärztliche Materialien wie Amalgam, Kunststoffe oder auch Goldlegierungen mit dem Immunsystem des einzelnen Patienten? Ganzheitlichkeit bedeutet auch die Erkenntnis, dass viele zahnärztliche Maßnahmen wie Wurzelfüllungen, Implantate und Zahnentfernungen nur Kompromisse sind, um dem Patienten ein mechanisches Kauwerkzeug zu erhalten. Ganzheitlichkeit bedeutet deshalb über die Mechanik der Zähne und des Zahnersatzes hinaus zu denken und zu erkennen, ob diese Maßnahmen chronische toxische oder chronisch entzündliche Belastungen für das Immunsystem oder für andere Organe sind.

Wie sind Sie zu dem „Netzwerk für Gesundheit“ gekommen?

Zum Netzwerk bin ich die persönliche Begegnung mit dem ganzheitlichen Ansatz Dr. Villingers bei der Geburt meiner Enkelin gekommen. Da ich selbst seit 30 Jahren Ganzheitliche Zahnmedizin betreibe, war ich sofort begeistert und offen für den Ansatz Dr. Villingers in der Geburtshilfe und auch für das von ihm organisierte Netzwerk

Welche Vorteile bietet das Netzwerk den Patienten und was finden Sie gut an diesem Netzwerk?

Der Vorteil des Netzwerkes für den Patienten liegt darin, dass er davon ausgehen kann dort Therapeuten zu finden, die ihn nicht nur als eine Summe von Einzelorganen sehen, sondern als eine systemisch organisierte Ganzheit. Der Patient der unter diesen Aspekten behandelt werden möchte, wird so dennoch von Spezialisten, aber unter einem umfassenden Medizinmodell behandelt. Mir persönlich gefällt am Netzwerk diese Innenwirkung und auch die verstärkte Außenwirkung zur Verbreitung des ganzheitlichen Gedankens zum Nutzen der Patienten

Wie beurteilen Sie unser Gesundheitssystem?

Unser Gesundheitssystem kennzeichnet sich durch folgende Zahlen: Nach Umfragen werden ca. 90 % des Geldes im Gesundheitssystems für Methoden ausgegeben, die 80 % der Patienten eigentlich gar nicht wünschen. Meine Kritik richtet sich an eine zunehmende Entmündigung des Patienten, wobei individuelle Testmethoden, die die subjektive Befindlichkeit kombinieren mit den notwendigen objektiven Befunden pauschal als „unwissenschaftlich“ abgeurteilt werden. Maßnahmen, die einer komplementären Medizin zuzuordnen sind, werden in zunehmendem Maße von einem pseudowissenschaftlichen Objektivierungswahn zu Lasten des individuell betroffenen Patienten unterdrückt.
 
 (Das Interview führte Hannah Steinacker.)