Fluchtwege

Fast 51,2 Millionen Menschen befanden sich Ende 2013 weltweit auf der Flucht. 16,7 Millionen gelten nach völkerrechtlicher Definition als Flüchtlinge*. Doch nicht nur vor Krieg oder Naturkatastrophen flüchten Menschen. Sondern auch vor sich selbst. Patienten, bei denen Krebs diagnostiziert wurde, geraten oft in Panik. Die Folge: Flucht und Verdrängung. Flucht hat also viele Gesichter. Unsere Autoren haben sie in 'Auf der Flucht' aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet.

*Quelle: UNHCR.de


Von der Flucht vor sich selbst zum Ausweg
 
 Schockdiagnose Krebs – etwa 500 000 Menschen wird die Erkrankung 2014 treffen. Im Vergleich dazu waren es 477 000 im Jahr 2010. Grund dafür ist das Älterwerden der Gesellschaft. Circa 30 Prozent der Krebskranken flüchten vor sich selbst: Sie verleugnen in bestimmten Phasen ihre Krankheit. Prof. Peter Herschbach, Direktor des Roman-Herzog-Krebszentrum am Münchner Klinikum rechts der Isar, lässt seine Patienten damit nicht alleine. Herschbach möchte Krebspatienten helfen, mit ihrer Erkrankung zurechtzukommen. So können sie neue Wege gehen.
 
 Ein Interview von Barbara Geisler
 

Ein Leben auf der Flucht
 
 Anders als die anderen zu sein, nicht dazu zu gehören. Dieses Gefühl kennt der jüdische Emigrant Harry Raymon seit früher Kindheit. Spätestens als die Erwachsenen den Fünfjährigen „Esau“ rufen, weil er so stark behaarte Arme hat, wird es ihm bewusst. Lange sind es weder die Emigration in die USA noch die Rückkehr ins besiegte Deutschland, die ihn darin bestätigt haben. Auch nicht die Anfang der 50er Jahre entdeckte Homosexualität. Tatsächlich ist es die fehlende Sicherheit. Noch heute, mit 88 Jahren, ist er täglich auf der Flucht – vor sich selbst.
 
 Eine Reportage von Christina Schiffler
 

Ein Leben auf Schienen
 
 Vor rund 20 Jahren wurden Abtreibungen in Deutschland legalisiert. Damals debattierten Befürworter und Gegner darüber, was mehr wert sei: das Recht der Mutter auf Selbstbestimmung, oder das Recht des Kindes auf Leben. Heute besteht dieses Dilemma nicht mehr. Moderne Eltern lösen das Problem anders.
 
 Eine Glosse von Sabine Gaumert
 

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